„Nicht nur Bahnhof verstehen“ – So lautet der Titel des in diesen Tagen erschienenen Buches über das 1874 als repräsentatives Bauwerk errichtete und als Entree für Bahnreisende in die Pfefferminzstadt Kölleda dienende Bahnhofsgebäude. Das Echo ist sehr positiv. So titelt die Thüringer Allgemeine in ihrer Ausgabe vom 13. Dezember 2025 „Postkartenmotiv, Schandfleck, Schmuckstück in Kölleda: Ein Buch zeigt die Verwandlung“, um dann auf einer halben Seite das Ergebnis der Bahnhof-Sanierung sowie deren Widerspiegelung im Buch zu loben.
(AKTUELLES berichtete bereits am 01. Oktober, 02. Juni 2025 sowie am 17. Juli 2024.)
Über einen QR-Code, im Buch enthalten, kann man übrigens anhand von 563 Fotos, von Marco Dierbach sorgsam über den Sanierungszeitraum eingefangen, den Verlauf des Erneuerungsprozesses verfolgen.
„150 Jahre nach seiner Errichtung“, formuliert Bürgermeister Uwe Kraneis in seinem Vorwort, „markiert das sanierte Bahnhofsgebäude somit die Wiedereingliederung einer wichtigen Immobilie in das städtebauliche Gesamtbild und vermittelt der Stadtentwicklung Impulse. Das stärkt das Selbstverständnis der Bürgergesellschaft in Kölleda.“
Der Erfurter Buchautor Ulrich Seidel sprach während seiner Recherchen mit vielen Zeitzeugen, vergrub sich in Archiven und Museen in Kölleda, Weimar, Gotha und Erfurt, sichtete interessante Dokumente zur Geschichte der Saal-Unstrut-Eisenbahn, besser bekannt als „Pfefferminzbahn“.
Wann bekam Kölleda einen Eisenbahnanschluss? Seit wie vielen Jahren steht am Ende – oder am Anfang – der Bahnhofstraße das Empfangsgebäude des Bahnhofs Kölleda? Was ist dort alles passiert, und warum heißt die Pfefferminzbahn eigentlich Pfefferminzbahn, wie auch der Bahnhof Pfefferminzbahnhof und die Stadt Kölleda „Pfefferminzstadt“? Diese und weitere Fragen versucht dieses Buch zu beantworten.
Menschen, die im Empfangsgebäude wohnten oder dort ihrem Beruf nachgingen, stellten aus ihren privaten Fotoalben für dieses Buch viele Fotografien zur Verfügung, die das Leben und Arbeiten im und auf dem Bahnhof Kölleda illustrieren.
Das Buch beschreibt die Entwicklung des deutschen Eisenbahnwesens, die Geschichte der Stadt und des Bahnhofs Kölleda und beleuchtet die Blütezeit des Bahnhofs, den Verfall des Empfangsgebäudes und die Wiedergeburt eines für die Stadt und die Bürger wichtigen Bauwerkes.
Hierbei wird auf unterhaltsame Weise Persönliches und Öffentliches informativ verknüpft. Das kollektive Gedächtnis der Pfefferminzstadt wird erweitert.
Mit Begeisterung hat das Team der WWG Kölleda die Entstehung des Buches initiiert und begleitet. Mit einem Aufruf auf der Webseite des Unternehmens wurden Zeitzeugen gesucht und damit die Recherchen unterstützt.
Denn in 2023 startete die WWG Kölleda zielgerichtete Aktivitäten zur Erhaltung und Neunutzung der in der Gründerzeit entstandenen Immobilie. Eine Wohn- und Begegnungsstätte für junge Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung war das Ziel.
Ein kleines Ladencafé soll zudem künftiger Bestandteil des Gebäudes werden und damit Möglichkeiten zum Gespräch schaffen, wie auch zum Verweilen.
In der Sitzung des Stadtrates am 19. September 2023 stellte die WWG Kölleda das Projekt vor und fand einhellige Zustimmung. Zwei Jahren später, am 30. September 2025 erfolgte die Übergabe an die Stiftung Finneck.
Christina Otto, Geschäftsführerin der WWG Kölleda, und Autor Ulrich Seidel signieren Exemplare des Buches.
Foto: Rainer Otto
Das Buch ist im Bürgerbüro, Markt 3 oder in der WWG Kölleda, Am Bahnhof 4b erhältlich.